Sonnenuntergangsdiskussionen

10.07.2008 - 07:25
Etc/GMT+2

Die Grünalternative Jugend Wien lädt zur Überbrückung ungenutzter Sommernächte ein:

Sonnenuntergangsdiskussionen
Warme Abende, interessante FIlme und (hoffentlich) spannende DIskussionen. Das alles findet im gemütlichen Hof der Lindengasse 40 ab etwa 19 Uhr an jedem 3. Dienstag dieses Sommers statt.

Du bist herzlich eingeladen mit zu diskutieren, Beiträge zu liefern,
Fragen zu stellen oder einfach im kühlen Hof zu sitzen und zuzuhören.

Dienstag, 8.7.: Aus der Rolle fallen?
Wir wachsen mit Geschlechterrollen und Sterotypen auf. Immer wieder
wird mensch mit typisch "weiblichen" und "männlichen" Verhaltensmustern
konfrontiert. Was sind diese Klischees und welche Möglichkeiten gibt es
damit umzugehen und sich jenseits von "männlich" und "weiblich" zu
verhalten?

Dienstag, 29.7.: Vergessen wir die Revolution, machen wir den Alltag!
Durch den ganzen persönlichen Frust über das alltägliche Leben
jenseits von Demo, Party und Wohngemeinschaft übersieht mesch allzu
oft, dass die Veränderung der unmittelbaren Lebensumstände das Ziel
radikaler Politik sein sollte. Der Rückzug in teilweise befreite
Freiräume ist eine notwendige und angenehme Erholung von
gesellschaftlicher Realität und doch geht es darum eben diese
Gesellschaft zu verändern. Und zwar nicht durch eine homogene
Massenbasis, das Gewinnen von Wahlen oder einen Staatsstreich, sondern
durch die Erprobung anderer Lebenskonzepte. Dieses diffuse Thema soll
die Grundlage für diesen Abend sein. Hausbesetzungen, Dumpstern,
Pink-Fahren und vieles andere sind schöne Beispiele, doch wie steht es
um deine unmittelbare geographische Umgebung? Wird im Wohnhaus
geflyert, diskutiert,...? Gehst du mit 40 aus der Szene, oder gründest
du ein linksradikales Altersheim? Beginnt der Gedanke an ein Ende der
Lohnarbeit erst beim Verlassen des Büros? Kurz: Wie kann mensch den
Alltag, die Umgebung ändern?

Dienstag, 19.8.: Antisemitismus - Neue Formen, Alte Ressentiments
60 Jahre nach der Gründung Israels und mehr als 60 Jahre nach der
Shoa finden sich noch immer antisemitische Agrumentationsmuster in
vielen politischen Debatten. Was hat sich geändert bzw. was hat sich
nicht geändert? Warum bedienen sie so viele Menschen antisemitischer
Muster, wie äußern sich diese heute und was kann mensch dagegen tun?

Dienstag, 9.9.: Vom Vergessen und Erinnern.
Vergangenheitspolitik, Aufarbeitung und Revisionismus in Österreich.

Die österreichische Geschichtsschreibung basiert noch immer auf der Opferthese.

In diesem Geschichtsbild erfüllten Wehrmachts- und SS-Soldat_innen „bloß ihre Pflicht“ und von Auschwitz wusste niemand was.

Diese „offizielle“ Geschichtsschreibung gibt’s nicht nur am
Ulrichsberg in Kärnten/Koroska, in Burschenschaftler Buden oder bei
anderen rechtsradikalen Veranstaltungen, sie ist seit mehr als 60
Jahren fester Bestandteil der österreichischen Errinerungspolitik und
Gedenkkultur.

Welche Formen alternativer Gedächnispolitik, abseits der
österreichischen Normalität, sind möglich und wie wird mensch die
Opferthese endlich los?

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