Kost-Nix-Kino "Neu Land"

03.07.2008 - 20:30
03.07.2008 - 23:37
Etc/GMT+2

Immer mehr Menschen verlassen angesichts aussichtsloser Situationen
Ostdeutschland und hinterlassen Leerstand. Für andere ergeben sich so
neue Perspektiven: von einer Kommunen in einer ehemalige Puppen-Fabrik
bis zur Schneckenfarm. (genauere Beschreibung unten)

www.neuland-denken.de

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NEULAND (Daniel Kunle & Holger Lauinger D 2007, 74 min)

Wien wächst in der EinwohnerInnenzahl nach wie vor. Anders in den
deindustrialisierten Zonen des Neoliberalismus - Städten mit deren
Umland und Agglomerationen. Die schrumpfen und hinterlassen eine
spezielle Form des Leerstandes. Aufgelassene Produktionsstätten und
Siedlungen locken keine Kapitalinvestoren. Detroit, Manchester,
Liverpool, Leipzig, Halle, ... Irgendwas könnte da doch noch gehen -
denken betroffene Stadtverwaltungen.
Nur was?

Heute wird ja meistens erst die MALL (österreichisch Einkaufzentrum) und
dann alles andere was mensch so zum Leben nutzen darf verplant und
verbaut. In den im Dokumentarfilmessay Neuland-denken gezeigten
Geschichten fehlt es vor allem an einem:
KundInnen mit adäquater Kaufkraft - die gab es weder vorher
(ArbeiterInnensiedlungen der DDR, aber vielleicht auch BRD) noch jetzt,
weil dort nur mehr wenige wohnen.

Synopsis (Neuland-denken)

Ein Bürgermeister ruft nach Kolonisten.
Zwei Studenten bauen ihre berufliche Existenz mit Schnecken auf.
Ein Planer löscht seine Stadt aus.
Ein Heimkehrer züchtet Bisons im Tagebau.
Ein Arbeitsloser mobilisiert „Überflüssige".
Ein Rechtsanwalt experimentiert mit Geld.
Ein Sozialwissenschaftler spricht von ländlichen Ghettos, Jugendliche
über ihre Zukunft in einer sterbenden Stadt.
Ein Pionier will im toten Kraftwerk eine lebendige Brauerei.
Eine Frau schließt das letzte Kino der Stadt.
Ein Bauer kämpft für ein energetisch autarkes Dorf.
Eine Kommune zieht in eine ehemalige Puppen-Fabrik.
Kulturschaffende wehren sich gegen Nazis.
Ein Politiker sieht in regenerativen Energien die Zukunftschance.
Neue Siedler besetzen ländlichen Raum. Sie alle leben in...

Werden wir verschiedene Gesellschaften in unterschiedlichen Räumen haben?
Im September 2004 sorgte die Infragestellung der „Notwendigkeit
gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands" durch
den Bundespräsidenten Horst Köhler für einen kurzen Aufruhr in den
Medien des Landes. Nachhaltig aber sind die Probleme, mit denen sich
heute zahlreiche Regionen konfrontiert sehen. De- oder
Hyperindustrialisierung sind verantwortlich für eine hohe
flächendeckende Arbeitslosigkeit. Die Kommunen sind aussichtslos
verschuldet. Zunehmend können Infrastrukturleistungen mehr aufrecht
erhalten werden. Den disparaten Regionen laufen die Menschen davon. Wenn
aber „Gleichwertigkeit“ nicht mehr garantiert wird, könnte dann aus dem
„Schattenreich der Globalisierung“ nicht auch ein „Neuland“ für
Experimente, Lebens- und Arbeitsweisen jenseits bzw. parallel der
aktuellen Vergesellschaftung entstehen?

Neuland ist ein Reisebericht durch die ostdeutsche
Transformationslandschaft.
Die Verdichtung von Realitätsfragmenten unterschiedlicher Akteure, von
Pionieren und ihren Projekten regt an, Neuland zu denken.

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