Der erste Mai war einmal ein Tag der Trauer, der Wut und des Kampfes. Als der erste Mai als "Kampftag der ArbeiterInnenbewegung" 1889 erstmals ausgerufen wurde, wollte mensch damit den erschossenen ArbeiterInnen der Haymarket-Unruhen in Chicago 1887 gedenken – und den AnarchistInnen, die für diese Krawalle verantwortlich gemacht wurden. Mehrere anarchistische ArbeiterInnen wurden zum Tode verurteilt und von der amerikanischen Klassenjustiz ermordet. Der 1. Mai sollte fortan ein Protesttag der internationalen ArbeiterInnenbewegung gegen Ausbeutung und Unterdrückung werden.
Für das Recht auf Faulheit – gegen Lohnarbeit und Kapitalismus!
Als AnarchistInnen und andere RevolutionärInnen damals für die 40 Stunden - Woche kämpften, richtete sich der Kampf noch gegen die Lohnarbeit an sich (das heißt die zwanghafte, entfremdete Tätigkeit, der wir uns in einer Klassengesellschaft unterwerfen müssen, um unser Leben zu erhalten). Sie galt als Werkzeug und Symbol der Unterdrückung in der Klassengesellschaft: nicht etwas, das es zu feiern, sondern gegen das es zu kämpfen gilt. In demselben Sinne kämpfen wir heute für die Abschaffung der Lohnarbeit und der gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, die uns zur Arbeit zwingen. Unser Ziel ist eine klassenlose und freie Gesellschaft, in der niemand mehr für sein oder ihr Überleben den ganzen Tag lohnarbeiten muss, sondern alle die Möglichkeit haben werden, ihre eigene Kreativität auszudrücken und ihr Leben selbst zu bestimmen.
Um den ersten Mai als Tag des Kampfes, der Freude und der Subversion zu leben, treffen wir uns heuer am ersten Mai wieder ab 10:00 im Burggarten, um ein anarchistisches Picknick zu feiern. Damit wollen wir nicht nur Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen, sondern auch gemeinsam Spaß haben: Während dem anarchistischen Picknick soll es unter anderem Spiele und Büchertische geben, sollen Lieder gesungen, soll jongliert und gemeinsam gegessen werden - und vor allem wollen wir zusammen lachen, diskutieren und feiern. Bring mit was Du gerne essen und trinken möchtest und bring vor allem Freude, Wut im Bauch und Deine eigenen Ideen!
Anschließend werden wir zusammen zum Euromayday gehen (Treffpunkt: 14:00 Uhr beim Marcus Omofuma Denkmal, Ecke Museumsquartier / Mariahilferstrasse), um dort unserer Wut auf diese Gesellschaft Ausdruck zu verleihen.
FREIHEIT – GLEICHHEIT – FAULHEIT!
1. Mai 2008 ab 10 Uhr anarchistisches Picknick im Burggarten
